Stockfoto? Jein danke! – Warum Stockfotos gut und schlecht für ihre Marke sind

 

von Lisa-Marie Eden

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Sie sind überall – online wie offline. Ich mache Onlinebanking, sie sind da. Ich ziehe die Karte vom Lieferservice aus dem Briefkasten, sie sind da. Ich scrolle durch die Nachrichten sie sind da – die Stockfotos.

Im Bilder-Dschungel sind manche sofort erkennbar, andere tarnen sich gut. In diesem Artikel erfahren Sie,

1 - was Stockfotos sind.

2 - welche Vor- und Nachteile sie haben.

3 - welche Alternativen es gibt.

Foto auf Vorrat

Das Wort „stock“ heißt aus dem Englischen übersetzt „Lager“ oder „Vorrat“. Stockfotos sind also vorproduzierte Fotos auf Vorrat.

Kurzes Gedankenspiel: Ich bin bei Ikea und will das Billy Regal kaufen. Damit ich mich zwischen den Lagerregalen zurecht finde, habe ich Name des Gestells, Nummer und Gang notiert. Der Rest geht schnell. Gestell aufladen, ab an die Kasse, Augen zu, Karte durch und ab dafür.

Bei Stockfotos ist das System ähnlich. Die Lager sind in unserem Fall große Bildagenturen wie iStock, gettyimages, shutterstock oder Adobe Stock. In den Regalen lagern Fotos und statt nach „Billy” sucht man nach Stichworten wie: „Happy business people thumps up".
Tipp: Kaufen Sie niemals ein Stockbild mit Business-Menschen, die ihre Daumen in die Kamera halten. Vertrauen Sie mir! Tun Sie es nicht!

Das Schöne ist,

die Auswahl ist riesig. Allein Adobe Stock bietet über 100 Millionen Bilder, Grafiken, Videos, Vorlagen und 3D Objekte an. Es gibt fast nichts, dass es nicht gibt, großartige und professionelle Arbeiten von Profis aus aller Welt, zu den verschiedensten Themen.

Im Vergleich zur Auftragsfotografie ist es außerdem flexibel, preiswert und enorm zeitsparend. Viele Bilder gibt es schon für ein paar Euro. Haben Sie sich für ein Foto entschieden, geht alles Weitere wieder ganz schnell. In den Warenkorb, zur Kasse, herunterladen und ab dafür.

Das nicht so Schöne ist,

sie sind austauschbar und nicht individuell. Dieser Eindruck kann sich beim Kunden auf Ihr Unternehmen oder Produkt übertragen. Theoretisch könnte Ihr Konkurrent das gleiche Bild verwenden. Es ist das Pendant zum Billy Regal - günstig, sehen ganz gut aus, erfüllen den Zweck und viele nutzen es. Aber auffallend und einzigartig ist es nicht. Sie schwimmen mit im Einheitsbrei und sind nicht greifbar.

Stockbilder zeigen oft eine zu perfekte Scheinwelt und Situationen die unrealistisch sind: Modelhafte, weißzähnige Grinsekatzen, in lebensbejahenden schwarzen oder grauen Anzügen, die in einem sterilen Besprechungsraum sitzen. Einer guckt in die Kamera, alle anderen tun so, als würden sie arbeiten. Alle sind super happy. Auf dem Tisch liegen schlimmstenfalls bunte Infografiken mit inhaltsleeren Buzzwords wie „Profit“ oder „Business Report“. Uaah, gruselig.

Stockfotos schaffen Distanz zu ihren Kunden, die doch eigentlich nach Echtheit suchen.

Solche Bilder, können Ihre Marke unglaubwürdig und unsympathisch machen. Sie schaffen Distanz zu ihren Kunden, die doch eigentlich nach Echtheit suchen. Es kann auch ein Ausdruck sein, was Ihnen ihr Unternehmen wert ist oder wie Sie über ihre Kunden denken.

Der Verbraucher ist nicht irgendein Idiot, sondern deine Frau.
— David Ogilvy

Gönnen Sie sich ein Fotoshooting

Professionelle Auftragsfotografie ist kosten- und zeitintensiver, aber eine Investition die sich lohnt. Dabei wird auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingegangen und Sie haben Einfluss auf die Motive.

Zeigen Sie Unternehmen, Produkte und Mitarbeiter so wie sie sind. Das ist authentisch, nahbar und sympathisch. Es wirkt sich positiv auf Unternehmenserfolg und Umsatz aus. Sie erhalten eine ganz eigene Bildwelt, passend zu Ihrem Corporate Design. Der Einfluss der Bilder auf den Wiedererkennungswert ist nicht zu unterschätzen.

Sie können zusätzlich Stockmaterial hier und da verwenden, beachten Sie dabei, dass es in die Bildwelt passt oder lassen Sie erfahrene Grafiker*innen die Bilder bearbeiten. Wenn es allerdings darum geht Marke, Unternehmen oder Produkt bestmöglich zu präsentieren, würde ich jederzeit ein Fotoshooting empfehlen.

Fazit

Stockfotos sind eine tolle Alternative zur Auftragsfotografie. Sie sparen Zeit, Geld und haben eine große Auswahl zur Verfügung. Allerdings kann die Verwendung bei Ihren Kunden auch negative Assoziationen hervorrufen, die sich auf Ihre Marke auswirken. Auftragsfotografie ist kosten- und zeitintensiver, aber sie geben damit einen echten Einblick, sind individuell und einzigartig. Ihre Kunden werden es merken…und danken.

 
Superidee