Generische Logos: Schneiden Sie sich Ihr Haar eigentlich selbst?

 
 

Für wen sich Logos aus Baukästen oder KI-Design-Tools eignen. Und ab wann man aus dem Schuh rauswächst: eine Entscheidungshilfe.

“Das habe ich doch schon mal gesehen!” Diesen Gedanken lösen generische Logos aus: Denn sie enthalten Motive oder Farben, die oft verwendet werden. Erfahren Sie, wobei generische Logos helfen können. Und wann es Zeit für ein individuelles Logo ist. 

 

Was versteht man unter generischem Design?
Was ist das Gegenteil?

Absehbar, stereotyp und wenig individuell.

An welche Unternehmen denken Sie, wenn Sie die folgenden drei Zeilen lesen? 

Eine blaue Blechdose, die Creme enthält. 
Ein angebissener Apfel.
Drei parallele Streifen.

Sie hatten sicher direkt ein konkretes Bild im Kopf! Das ist die Kraft einer starken Markenidentität:
Sie macht das Unternehmen wiedererkennbar. Unverwechselbar. 

Stammt das Design – in diesem Fall das Logo – aus einem Design-Baukasten, passiert das: Das Unternehmen geht im allgemeinen Strudel ähnlicher Angebote unter. Es wird austauschbar.

Womöglich verwendet ein anderes Unternehmen das gleiche Logo. Denn es enthält meist Elemente, die in Ihrer Branche immer wieder verwendet werden. Denken Sie zum Beispiel an die Haarsträhne oder Schere bei einem Friseurladen. Das Dach auf dem Brief der Immobilienverwaltung. Die Herzen im Logo einer gemeinnützigen Organisation. Die grünen Blätter in der Nachhaltigkeitskommunikation. Zähne im Logo der Zahnarztpraxis …

Schnarch! Huch. Kurz eingenickt. Weiter im Text! 

Bei austauschbaren Logos, die aus Baukästen stammen, spricht man auch von generischen Logos.

Generische Logos sind: Allgemein, stereotyp, nicht individuell, klischee-artig und beliebig.

Kurz gesagt: Sie zeigen nicht die Persönlichkeit Ihres Unternehmens. 

Klar: Dienstleistungen und Produkte ähneln sich. Dass ein Unternehmen das Rad neu erfindet, kommt selten vor. Aber die Persönlichkeit Ihres Unternehmens ist nicht austauschbar. Und diese sollte im Design erkennbar sein. Denn sie entscheidet darüber, wie Ihre Zielgruppe Sie wahrnimmt und ob aus Interessentinnen Kunden werden.

Was braucht ein Design, damit es aus der Masse heraussticht?

Es sollte das Gegenteil von generisch sein. Nämlich: Frisch, spezifisch, originell, einzigartig, kreativ, neuartig.

Logos aus Design-Baukästen oder KI-Tools können hilfreich sein. Zum Beispiel als Inspirationshilfe. Oder wenn Sie gerade erst neu gründen und das Budget begrenzt ist. Aber je nach Anforderung und Ziel verdient Ihr Unternehmen mehr als eine schnelle Schale Einheitsbrei!


Oder ist das Superidee-Logo aus dem Baukasten vielleicht doch besser?

Wir sind eine Werbeagentur und natürlich sind wir der Meinung, dass Logos aus der Baukasten im Vergleich schlechter abschneiden. Doch, was man nicht ausprobiert hat … 🤓

Wir haben für diesen Blog-Beitrag unser Logo einmal generisch erstellen lassen. Neben Branche, Farbe (wir haben übrigens orange gewählt, klar.) und Markenattributen , konnten wir auch eine superpersönliche KI-Designerin auswählen. Und siehe da:

Genersiches Design - Logo Superidee aus dem Baukasten

Unser Logo, wenn es aus einem Logo-Generator käme.

Genersiches Design - Logo Superidee aus dem Baukasten

Sogenannte Mock-Ups, gibt es gleich dazu.

Genersiches Design - Logo Superidee aus dem Baukasten

Super beliebig statt super individuell – so denkt der Logo-Generator unseren Markenauftritt weiter.

Fazit zum Superidee Logo aus dem Logo-Generator:

Das entspricht zwar nicht unserem Markenidentität und unserer Persönlichkeit UND das “Logo” könnte ebenso für jedes andere Unternehmen mit dem Anfangsbuchstaben “S” stehen, aber nun gut. Wir haben es versucht und werden nach langem Hin und Her doch bei unserer Campbells-Dose bleiben. 😇


Das Logo als Teil Ihres Corporate Designs.

Logo, Webdesign, Social-Media, Packaging und POS, Arbeitskleidung, Broschüren, Fahrzeuggestaltung, Messestand: Das alles kann Teil eines ganzheitlichen Design-Prozesses sein.

Am Logo erkennen wir ein Unternehmen. Es gibt uns Hinweise, ob wir das Unternehmen als sympathisch und vertrauenswürdig erachten. Es verrät außerdem, wie sich das Unternehmen von seinen Mitbewerbenden unterscheidet. 

So ein Logo hat viel zu tun: Es hat viele wichtige Funktionen. Zum Glück muss es die Aufgaben nicht allein stemmen. Es ist Teil eines Corporate Designs. Es steht im Gesamtkontext mit anderen Elementen. Erst im Kontext wird daraus eine runde Sache. Eine Sache, die Ihre Vision voranbringt.

Als Designer entwickeln wir nicht nur ein nettes Logo. Wir halten alle Fäden in der Hand und entwickeln eine ganze Markenidentität, die Ihre Geschichte erzählt. 

Unsere Kollegin Merle Prestin erklärt das gerne so:

Ein Logo ist wie ein Haarschnitt. Passt der gut, fühlt man sich mit ihm wohl, transportiert man das auch nach außen.
— Merle Prestin

Der Haarschnitt ist jedoch nur ein Weg von mehreren, um Ihre Persönlichkeit nach außen zu transportieren. Zu Ihrer persönlichen Identität gehören noch mehr Elemente: Ihre Augenfarbe, welche Farben und Stoffe Sie tragen, wie Sie sich bewegen, wie Ihre Stimme klingt … All das macht Sie einzigartig und hilft Ihrem Gegenüber, sich mit Ihnen zu verbinden.

Genauso ist es bei der Markenidentität: Sie ist mehr als eine Schriftart. Und mehr als ein Logo. Erst wenn alle Elemente zusammenkommen, entsteht ein unverwechselbares Bild. 

Das schafft eine durchdachte Markenidentität:

  • Ihre Zielgruppe wird auf Sie aufmerksam.

  • Sie vertiefen Kundenbindung.

  • Das Design transportiert Ihre Werte und Vision.

  • Sie grenzen sich von Mitbewerbenden ab.

  • Sie strahlen Kompetenz aus und wirken vertrauenswürdig


Fazit:

Ein generisches Logo allein macht noch keine starke, wiedererkennbare Marke. Erst das handgemachte Logo im Gesamtkontext einer Markenidentität macht aus dem Einheitsbrei ein Unternehmen mit Mut zur Persönlichkeit. 

Um mehr über Markenidentität und Corporate Design zu erfahren, lesen Sie auch unseren Blog-Artikel: Wie Ihr Unternehmen garantiert beliebig wird. Und was Corporate Design mit André Rieu zu tun hat.

 
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